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Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
geschrieben von sascha2000 
Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
22. März 2015 21:50
Hallo,

ich wollte mal fragen wie ihr eure Lampen pflegt. Mit welche mitteln putz und konserviert ihr dieselben?

Wie bring ihr die Teile auf Hochglanz?

Ich selber würde zum Putzen Sidolin Fensterputzmittel verwenden, den Tank mit Autowachs einwachsen und polieren.

Für Lampenkopf + Schirm wüsste ich nicht ob Autowachs empfehlenswert ist.

Ich bin auf eure Tips sehr gespannt.

Viele Grüße

Sascha
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 00:17
Hi.
Unabhängig davon, was hier noch so an Antworten eintrudelt ...

Feine Stahlwolle (Gütekl. 0000), anschl. Sidol oder Elsterglanz oder Never Dull für die Metallteile.
Manche schwören auchauf die Metarex Polierwatte (für Musik-Blechinstrumente).
Manche mischen sich auch Schlämmkreide oder Mehl mit Zironensaft an.
Zuerst also mit der Stahlwolle polieren, dann mit einem Metallputzmittel (wie vor) einreiben, trocknen lassen und dann blank polieren. Auto-Hartwachs könnte auch gehen, aber dann nur an den thermisch unbelasteten Teilen auftragen.
Mit Ballistol leicht einreiben und dann blank wienern geht auch. Riecht aber nachhaltig nach diesem Öl.

Nachdem Du ja inzw. auch im NachbarForum zugange bist, kannst Du dort ja mal per SuFu stöbern.

Gruß Rüdiger
Hi, Autowachs? das sind Lampen :-) Wenn die bei mir reinkommen wird so gut wie jede Lampe komplett zerlegt und landet erstmal im Uschallbad mit Zitronensäure. Dann Dichtungscheck und evt. Austausch. Rostige Teile wandern ins elektrochemische Bad und werden dann nur nach dem trocknen leicht eingeölt. Sollte eine Neulackierung nötig sein natürlich kein Öl. Die meisten alten Lampen sind ja entweder Messing blank oder vernickelt bzw. verchromt. Die werden einmalig mit Sidol oder Elsternglanz gereinigt und poliert und dürfen dann in Ruhe wieder Nachdunkeln. Meine Lampen brennen meist alle das Jahr über reihum und werden höchstens wenn sie mal nass werden trocken gewischt. Nachpolieren bzw. die auf Hochglanz halten ist nicht auf dem Plan. Ich bin nicht so ein Sammler der sich eine Lampe möglichst im Original Zustand hinstellt, Hauptsache es sind noch 10 % Original Lack drauf. Meine lackierten Colemänner sind im Lack wie neu, da muss nichts gemacht werden.
CU Bernd
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 09:13
Wer seine Lampen nicht endgültig zu Tode restaurieren will:
Waschen mit Wasser und Handspülmittel. Abreiben mit Petroleum. Was damit nicht weggeht, ist Patina und gehört da hin.
Blechteile waren aus Kostengründen schon immer sparsam dimensioniert. Durch jedes Polieren, Citronensäure oder gar elektrolytisches Entrosten wird das Material weiter geschwächt. Mit sowas kann man allenfalls auf massive Teile losgehen.
An Blechteile aus Messing keinesfalls mit ammoniakhaltigen Sachen drangehen, da Ammoniak Spannungsrisskorrosion fördert. Viele der empfohlenen Mittelchen enthalten Ammoniak, z.B. auch Ballistol. Letzteres ist zur Konservierung von Stahlteilen ausgezeichnet geeignet, aber nicht für Messing.

MfG Ludwig
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 09:15
Hallo Sascha,

stimme grundsätzlich Bernd und Rüdiger zu.
Meine Lampen sind Gebrauchsartikel, die werden n ur gereinigt wenn sie verdreckt sind oder eingemottet werden.
Grobschmutz wird feucht bis nass abgewaschen, Du kannst dazu einen Reinigungsschwamm bzw einen Topfreiniger verwenden (Achtung: Wenn du die Dinger ständig aus der Küche Deiner Frau entwendest gibts Ärger!).
Eingebrannter Dreck kann mit extrem feiner Stahlwolle entfernt werden. Wenn Du willst kannst Du die Lampen mit Chrom- bzw Messingpolitur aufpolieren.
Werden die Lampen eingemottet, dann öle ich sie ein. Achtung; es sollte kein Öl sein, welches sich mit Wasser verbindet.
Rüdiger, Ballistol verbindet sich mit Wasser, auch mit Luftfeuchtigkeit. Leere mal ein paar Tropfen in ein Glas, gibt ne schöne milchige Lösung.
An rostgefährdeten Teilen und zur Waffenpflege verwende ich schon lange kein Ballistol mehr, keine ausreichende Schutzfunktion. Dafür gibt es bessere Öle!
Grüsse
Erich
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 09:56
Erich schrieb:
-------------------------------------------------------.
> Rüdiger, Ballistol verbindet sich mit Wasser,
> auch mit Luftfeuchtigkeit. Leere mal ein paar
> Tropfen in ein Glas, gibt ne schöne milchige
> Lösung.

Das trifft für frisches Ballistol zu, so, wie es aus der Sprühdose kommt. Nach Trocknung ist das Zeug wasserfest.
Im Laufe meiner verflossenen beruflichen Tätigkeit hatte ich einmal Gelegenheit, Ballistol zu analysieren. Es besteht überwiegend aus Paraffinöl (ca. 90 %) und etwas Kaliumoleat und Ammoniumoleat. Die beiden letzteren Bestandteile sind Seifen, die das Zeug in frischem Zustand wasseremulgierbar machen. Infolge Hydrolyse verliert das Ammoniumoleat bei der Trocknung Ammoniak, die entstehende Ölsäure verbindet sich (a) mit dem Kaliumoleat zu einer wasserunlöslichen "sauren Seife" und (b) mit dem Untergrund zu extrem wasserabweisenden und korrosionsschützenden "Metallseifen".

MfG Ludwig
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 10:28
Hallo Ludwig
danke für den Hinweis. Hab Ballistol bisher noch nie analysiert, obwohl ich die Möglichkeit habe.
Hab mich lediglich in der Vergangenheit mit dem Zeugs rumgeärgert, da mir meine "Snipergewehre" unter ständigem Rostbefall litten, hier insbesondere die Innenrohre! Ist eben lästig und geht auf die Präzision. Hab dann einfach das Öl abgesetzt und Ruhe war.
Ursächlich für Rost im Waffenbereich sind eben Salze welche im Zünderbereich verwendet werden, ebenso die Verbrennungsrückstände bei Schwarzpulver; je nach Hersteller, die Verbrennungsrückstände von Nitrozellulose- und Deglycolpulver, weniger bei Nitroglycerinpulversorten.
Grüsse
Erich
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 12:17
Danke Ludwig, danke Erich!
Ballistol habe ich als Synonym verwendet, ich selbst verwende explizit das Waffenöl von Profi-Line (Peter Ernst), ausgewiesen als harz- und säurefrei und wasserabweisend. Konnte bisher bei den damit behandelten Teile keinen neuerlichen Rostbefall bemerken. Also fand/finde ich es für gut. Gemäß der Aussage, Ballistol enthält ~90% Paraffinöl kommt mir der Gedanke, daß also ein Einreiben mit Petroleum auch reichen würde. Regelmäßig angewandt, weil es ja mit der Zeit verfliegt - oder?

Allerdings muß ich auch erwähnen, daß ich Roßkuren in Bädern mit Zitronensäure bzw. Natronlauge nur noch bei extrem "verkeimten" Teilen durchführe. Ansonsten eher nur mit Wasser und mehr oder weniger Seife, gelegentlich auch mit Backofenspray, unterstützend mit den schwarz-gelben Topfschwämmen (eigens dafür gekauft *g*). Anschließend gehe ich entstellender "Patina" mit feiner Stahlwolle an den Kragen und wo etwas bisserl glänzen soll, poliere ich das mit Sidol oder Elsterglanz auf und gut ist.

Anfangs war ich beinahe versessen darauf, alles an Gerät wieder auf "Neuglanz" zu bringen - das ist aber Geschichte.
Zugunsten der Schonung materieller sowie körperlicher Ressourcen und der Erhaltung des eigentlichen Charakters eines älteren Teils, verzichte ich inzwischen darauf. Hauptsache "keimfrei" und entsprechend "konserviert", aber dafür funktionell und den Charme des Alters erhalten.

Gruß Rüdiger
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
23. März 2015 13:15
Hallo Rüdiger,
Profi-Line kannst Du verwenden. Ich habe dieses Öl auch schon in den Tropen eingesetzt. Hat auch 3 Tage Wolkenbruch überstanden. Der Regen fiel damals so stark und dicht, dass Du keinen Meter weit mehr sehen konntest.
Die gleichen Erfahrungen habe ich auch mit Frei Schütz. Ist zwar "sauteuer", enthält aber Graphit!
Grundsätzlich kannst Du Deine Lampe natürlich auch mit Petroleum einölen, dieses und ähnliche Schmierstoffe wurden früher häufig auch zur Konservierung verwendet. Nachteil: Du musst die Arbeit in kleinen regelmässigen Abständen wiederholen. Du hast dann eine leichte Geschmacksnote im Haus und möglicherweise Erklärungsbedarf bei der "besseren Seite".
Grüsse
Erich
Hallo Ludwig,
du schreibst "oder gar elektrolytisches Entrosten“ was impliziert das das dem Material schaden würde. Da möchte ich etwas richtigstellen. Das ist mit die schonendste Methode überhaupt. Z.B. bei der Restauration alter Uhren die Methode der Wahl um die filigranen Bauteile zu entrosten. Hierbei wird wenn man es richtig macht (mehr wie 4 A ist nicht nötig, nicht wie manche die da den Elektrolyt durch Wahnsinnsstromstärken gleich mit erhitzen) keinerlei gesundes Material abgetragen. Nur der Rost wird umgesetzt und der trägt ja nicht zur Materialstabilität bei. Wäre an einer Stelle eine völlige Durchrostung gäbe es da natürlich ein Loch. Aber dann sehe ich es wenigstens. Da weiter Rost, kaschiert mit Öl oder so kann es nicht sein. Am Tank wäre das evt. mit fatalen Folgen. Abrasive Methoden wie schmirgeln, auch mit feiner Stahlwolle tragen feinste Materialmengen ab. Strahlen sowieso und auch das abbürsten mit einer Metalldrahtbürste geht an die Substanz. Ausnahme Messingbürste auf Eisen. Beim elektrolytischen Entrosten kommt hinterher nur noch eine Nylonbürste zum Einsatz. Die nimmt garantiert kein gesundes Material weg. Rein chemische Methoden mit Lauge oder Säuren sind da schon mehr mit Vorsicht zu geniessen. Besonders wenn man nicht genau weiss um was für Material es sich genau handelt. Wollte ich nur mal gesagt haben ;-)
Das natürlich nur wenn die Lampe wieder leuchten soll. Wenn die im Fundzustand erhalten werden soll kann ich nat. Rost durch Chemie bzw. spezielle Öle inertisieren und alles so lassen und sie kommt ins Regal. Aber nur dann. Und man sollte dann auch wissen das diese Lampe evt. nicht sicher zu betreiben ist.

CU Bernd
Re: Äußerliche Lampenpflege ... aber wie?
25. März 2015 09:40
Lodjur schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Ludwig,
> du schreibst "oder gar elektrolytisches
> Entrosten“ was impliziert das das dem Material
> schaden würde.

Ich bezog mich da vor allem auf die oftmals propagierten Gewaltmethoden. Trotzdem auch bei schonenderem Vorgehen Vorsicht, besonders bei Blechpressteilen:

[de.wikipedia.org]

MfG Ludwig
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