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PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
geschrieben von Mandragora officinales 
PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
12. November 2016 15:44
Hallo Petromaxsammler,

Ich möchte euch heute mal diese Gebrauchsanweisung für die Modelle 523,821,822 und 826 zeigen.

Es sind alles Petromaxlampen ohne Rapid.
Ich frage mich grad ob es für Petromaxlampen mit Rapid eine extra Gebrauchsanweisung gegeben hat oder ob es für kurze Zeit gar keine Petromaxlampen mit Rapid gegeben hat.
Vielleicht gab es den Petromaxdrehrapid mit dem roten Bakellitdrehknopf im November 1939 schon nicht mehr und den Zinkdruckgußrapidhebel noch nicht ?
Weiß da jemand genaueres ?

Interessant finde ich auch daß zu dem Zeitpunkt auf der Ersatzteilliste immernoch zwei unterschiedliche Gläser und zwei verschiedene Manometer zu sehen sind.

MFG.Reinhard
Anhänge:
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Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
12. November 2016 18:07
Hallo Reinhard.
Danke für die tollen Scans!

Beim Studieren ist mir eine interessante Begebenheit aufgefallen,
nämlich daß es dunnemals bereits kollodinierte, also feste, Glühkörper für die Maxen gab.
Feine Sache, finde ich.

Gruß Rüdiger
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 11:03
Hallo Rüdiger,

Da hast du eine interessante Entdeckung auf dem scan gemacht.

Ich hatte noch nie so einen festen Glühkörper in meinen Händen oder gar im Einsatz.
Man brauchte ja wohl auch ein passendes Mundstück und einen Sieb für das Mundstück dazu.
Würde ich jetzt doch mal gern testen um zu sehen wie die Lampen damit leuchten.

Mich würde jetzt auch interessieren ob diese harten Glühkörper früher weit verbreitet waren ?

Oder eine ganz einfache Frage : Waren die gut und werden die noch irgendwo hergestellt ?

MFG.Reinhard
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 14:57
Ja Reinhard,
das ist mir gleich ins Auge gefallen.

Solche Mundstücke u. Siebe wurden ja auch dazu angeboten, damals.
Das kannst Du auf dam Scan Nr. 4 sehen, oben in dem Kasten.

Aber ob so etwas noch existiert u. evtl. zu erhalten wäre
bzw. ob jemand so etwas überhaupt schon mal gesehen hat,
weiß ich leider auch nicht.

Vielleicht weiß ja jemand der "alten Hasen" etwas darüber?

Gruß Rüdiger
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 17:34
Hallo zusammen,

die Verwendung der "festen" Glühkörper war m.W. eher unüblich, wie man schon aus der Seltenheit des Auftretens erkennen kann. Ich habe hier zwei solcher Mundstücke: Eins aus einer Ditmar 519 und eins von einer Petromax R 823/6. Den praktischen Einsatz habe ich mangels passender Glühkörper noch nicht erwogen. Es gibt immer mal wieder welche in der Bucht, aber das sind alles uralte Schätzchen, bei denen nicht sicher ist, dass sie nicht nach dem Abflammen des Schutzlackes gleich völlig zerbröseln. Auch hier im Shop sind ggf. noch einige Restbestände zu bekommen, aber mit stark fallender Tendenz.

Wie man auf dem Bild sieht, ist das Ditmar-Mundstück mit demselben Gewinde ausgestattet wie der normale Tonbrenner. Er verfügt im oberen Teil innen über eine Keramik-Lochscheibe als Flammsieb.
Bei dem Petromax-Mundstück scheint es sich eher um das 250er-Gewinde zu handeln, wie der Vergleich mit dem 350/500er Brenner zeigt. Innen drin ist eine unten geschlossene Hülse aus Stahlgaze, die als Flammsieb dient. Dort war auch noch der Tragring für den Glühkörper dabei, auf den man nun evtl. wieder einen weichen Socken binden könnte. Ob das klappt, habe ich bisher nicht versucht.

Gruß, Martin
<edit: Bild vergessen...>

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.16 17:34.


Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 18:16
Hallo Martin,

Danke für deine Ausführungen und das Foto.

Diese Kombination aus Mundstück,festem Glühkörper,Hülse oder Sieb und noch einem Glühköper war bestimmt sehr teuer und aufwändig.

Aber sie war sicherlich langlebiger als nur ein zerbrechlicher Seidenglühstrumpf.

Martin was hälst du von meiner Spekulation aus dem ersten Beitrag daß es nach den Petromaxlampen mit Drehrapid ( 1936- ? ) vielleicht eine gewisse Zeit bis zum Erscheinen des Zinkdruckgußrapidhebels (1941) keine Lampen mit Rapid hergestellt wurden ?
In manchen Sammlungen werden Petromaxlampen Modell 827 mit Zinkdruckgußrapidhebel als Lampen aus den "Dreißigern" beschrieben obwohl es den Zinkdruckgußrapid erst seit 1941 gibt. Das hat mich stutzig gemacht.

Gibt es da eine exakte Zeittafel ?

MFG.Reinhard



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.16 18:17.
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 18:53
Hallo Reinhard,

die "festen" Glühkörper sind keineswegs stabiler als die "weichen" Strümpfe. Die Bezeichnung bezieht sich nur auf den Auslieferzustand, in dem die festen Glühkörper bereits fertig ausgeformt und eingebrannt sind. Zu ihrem Schutz wurden sie danach mit Nitrolack überzogen, welcher vor dem Einsatz abgeflammt wurde. So ist es auch bei den Aladdin-Glühkörpern, welche sich nicht selbst aufblasen würden.
Die Bauart mit Mundstück und Tragring ist auch heute noch bei den wenigen verbliebenen Gas-Straßenlaternen anzutreffen, wo ein Anbinden und Einbrennen vor Ort zu schwierig/aufwändig wäre.

Soweit ich weiß, gab es PX-Laternen mit und ohne Rapid (ab dessen Einführung) immer parallel, Allerdings stellt der Rapid ja eine Weiterentwicklung der bis dahin üblichen Vorwärmer (Spiritusschale, Vorwärmkorb, etc.) mit dem Ziel dar, die Notwendigkeit verschiedener Brennstoffe zu vermeiden und den Vorwärmvorgang zu vereinfachen.
Der Drehrapid wurde vom Löffelrapid, und dieser vom Domino-Rapid abgelöst. Ab 1964 kam dann der Kipphebel-Rapid, welcher die letzte Bauform darstellt. Eine genaue Zeittafel gibt es wohl nicht, aber einen gewissen Anhaltspunkt bieten die Patentanmeldungen, da weiß der Jörg W. mehr. Irgendwo auf CPL gibt es wohl auch eine schöne Übersicht, wann es welche Typen von Rapid-Vorwärmern gab. Die habe ich aber auf die Schnelle nicht gefunden.

Gruß, Martin

<edit: auf der Seite von WimVe sind einige Patente dargestellt, die eine grobe zeitliche Zuordnung emöglichen.>

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.16 18:58.
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 20:29
Hallo Martin,

Warum stehen bei den einzelnen Patenten eigentlich immer zwei Datumsangaben ?

Wie zum Beispiel bei "Kippverschluss für Zerstäubervorwärmer" ( wir Lampensammler kennen den als Dominorapid )

DE951204 mit folgenden Datumsangaben :14/04/1954 - 04/10/1956


Gruß Reinhard
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 20:32
Hallo Reinhard,

das eine ist das Datum der Patentanmeldung und das andere der Patenteintragung. Dazwischen liegt die Prüfzeit.

Gruß

Jürgen
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 20:37
Hallo Jürgen ,

freut mich daß du dich persönlich in die Diskussion einschaltest.

Konnten denn die Artikel schon während der Prüfzeit angeboten und verkauft werden ?

Gruß,Reinhard
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 20:41
Hallo,

du kannst auch schon vor der Patentanmeldung verkaufen. Wär zwar vielleicht dumm, verbietet dir aber keiner.

Der Patentschutz gilt ab Anmeldedatum - sofern denn ein Patent erteilt wird.

Gruß

Jürgen
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 21:10
Ja gut wenn Petromax damals also die neuen Lampen gleich nach Patentanmeldung auf den Markt gebracht hat
stimmen die Datumsangaben mit den eingestanzten Nummern ( 60er Jahre ) und den Ritzungen mittels Reißnadel an
älteren Petromaxlampen am Tankboden jedenfalls bei meinen Lampen immer gut überein.

Nur bei dem Patent DE700213 Zerstäubervorwärmer könnte ich mich bis jetzt getäuscht haben.
Patentanmeldung 05/09-1939 Patenteintragung 21/11/1940.
Somit könnte es Petromaxstarklichtlampen mit Zinkdruckgussraoidhebel schon Ende 1939 gegeben haben oder was meinst Du ?

Gruß,Reinhard
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 21:25
> Somit könnte es Petromaxstarklichtlampen mit
> Zinkdruckgussraoidhebel schon Ende 1939 gegeben
> haben

Gegeben hat es sie schon. Ob auch schon in Serie produziert wurde weiß ich nicht. Ich würde aber davon ausgehen.

Gruß

Jürgen
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
13. November 2016 22:02
Ok vielen Dank Jürgen,

Ich wünsche dir und allen Lesern eine Gute Woche.

Gruß,Reinhard
Re: PETROMAX Gebrauchsanweisung November 1939
14. November 2016 11:19
Jürgen Breidenstein schrieb:
-------------------------------------------------------
> du kannst auch schon vor der Patentanmeldung
> verkaufen. Wär zwar vielleicht dumm, verbietet
> dir aber keiner.

Hallo Jürgen,

das wäre wirklich stinkedoof. Der Gegenstand der Erfindung gilt dann als "vorbekannt", was der Erteilung eines Patents im Wege steht. Wenn das nicht schon dem Patentprüfer auffällt, kann jeder Wettbewerber nach Offenlegung der Anmeldeschrift das Patent zu Fall bringen, und die Erfindung ist dann frei.

Ich kenne das aus der Zeit meiner Tätigkeit bei einem Liechtensteiner Konzern. Da durfte nichts raus, auch nicht zu Anwendungsversuchen bei Vertrauenskunden, bevor das Zeugs nicht angemeldet war.

Zum Ablauf: Nach der Patentanmeldung wird erst mal Patentamtintern geprüft. Das ist im Wesentlichen eine Literaturrechechche, vor allem in früheren Anmeldungen, gelegentlich auch in der Fachliteratur. Zwei Jahre nach der Anmeldung wird die Erfindung "offengelegt", also öffentlich zugänglich gemacht, um Wettbewerbern eine Stellungsname zu ermöglichen. Es gibt dann eine Widerspruchsfrist, deren Dauer ich aber vergessen habe. Je nachdem, wie aufwendig sich die Bearbeitung evtl. Einsprüche gestaltet, kann es sich bis zur endgültigen Erteilung (oder Ablehnung) des Patents noch Jahre hinziehen.

Wie Du richtig geschrieben hast, gilt der Patentschutz vom Tag der Anmeldung an. Sollten Wettbewerber das Patent wissentlich oder unwissentlich verletzt haben (Z.B. während der Prüfungsfrist selbst erfunden und auf den Markt gebracht haben), müssen sie "angemessene" Lizenzgebühren nachzahlen (Auch sowas habe ich schon erlebt, da kam die Anmeldung einer japanischen Firma zwei Wochen vor unserer Anmeldung, grrrrrrrrrrrrr.....).

Zur Ergänzung: Die "exklusive" Nutzung des Patents durch den Patentinhaber gilt nicht uneingeschränkt. Der Patentinhaber ist verplichtet, die Erfindung auch Wettbewerern zur Verfügung zu stellen - gegen "angemessene" Lizenzgebühren. Über das "angemessen" kann man sich dann noch Jahrzehnte streiten, eine schöne Einnahmequelle für Anwälte.....

MfG Ludwig
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