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Düse für Einheitlaterne
geschrieben von Erich 
Düse für Einheitlaterne
30. Dezember 2017 21:12
Hallo Kollegen,
hab mir mal über Weihnachten, so nebenher als Ablenkung, ein paar Gedanken über die Düsenherstellung für die Einheitslampe der Bundeswehr gemacht und heute in den ersten Prototypen umgesetzt.
Die Düse ist ja, so gut wie nicht mehr lieferbar und die Angebote in der elektronischen Bucht nehmen ein Ausmaß der Halsabschneiderei an.
Daher mal die Schiebelehre gezückt und nachgemessen: Aussendurchmesser des Düsenrohres 8,5 mm bis 8,9 mm. Na ja, deswegen extra an die Drehbank, dafür hatte ich keine Lust und wegen dem gestauchten Messinganschlag der Orginaldüse schon gar nicht. Und das Lötgerät pack ich deswegen auch nicht aus! Es muss einfacher gehen!
Daher mal in meinen Messingrohren nachgeschaut! 8 mm vorrätig, aber mit einer Wandungsstärke von 1,5 mm. Daher mal ein 3 cm langes Stück abgelängt und mit einer Flaschenrohrzange festgehalten. Im Akkubohrer hatte ich, vorab, schon einen 7 mm Bohrer eingespannt. In das Messingröhrchen wurde eine rund 3 mm tiefe Bohrung gesetzt mit einem Durchmesser von 7 mm. Danach wurde der Bohrer im Akkubohrer aus- und das Messingröhrchen eingespannt. Nunmehr ging es darum festzulegen, aus welchem Material der Düseneinsatz sein soll.
Messing? Machbar aber etwas viel Arbeit und dafür hatte ich heute keine Lust.
Keramik? Zu hoher Aufwand, insbesondere das Formen und Brennen. Dann die Düsenöffnung und das Einbauen in das Messingröhrchen.
Die ersten Karbiddüsen waren ja auch mit Specksteineinsätzen versehen. Also warum nicht! Der Stein kann leicht gesägt werden, ebenso kann er mit einer Feile und Schleifpapier bearbeitet werden. Daher das Materialregal geplündert, da lagen noch ein paar mehrere kg-schwere Brocken rum. Von einem wurde mit einer Puksäge, versehen mit Holzsägeblatt ein ca. 5 mm starkes Blatt abgeschnitten. Aus dem Blatt wurde ein Quadrat ca 1 cm x 1 cm herausgeschnitten. Das Messingröhrchen wurde aussen so mit einer Schlüsselfeile angefeilt, dass eine scharfe Schnittstelle entstand. Sodann wurde das Messingröhrchen auf dem Specksteinblättchen möglichst mittig angesetzt und dezent eingebohrt. Die Rundung hat sich dabei in das Röhrchen eingepasst; das überstehende Material des Plättchens ging zu Bruch (kam in eine Dose, mal schauen wie man das noch verwerten kann, es gibt ja nur Material, keinen Abfall. Ebenso der entstandene Steinstaub durch das Sägen und Feilen).
Der Specksteineinsatz wurde mit einer Feile eingepasst (überstehendes Material) und mit Schleifpapier abgezogen.
Nun ging es um die Düsenbohrung. Um es kurz zu machen, mit der Bohrung von 0,262 mm hatte ich Erfolg. Die Flamme entsprach im Betrieb der einer Orginaldüse.
Zum Abdichten habe ich mir aus einer Gummiplatte mit 2 mm Stärke eine 13 mm Dichtung gestanzt und diese mit einem mittigen Stanzloch von 7,5 mm versehen. Die Dichtung kam in die Überwurfmutter, die Düse durchgesteckt und das Ganze auf den Brenner der Karbidlampe geschraubt. Feuer frei ab 18.00 Uhr.
Viel Spass beim Nachbauen
und einen Guten Rutsch ins Jahr 2018
wünscht

Erich
Re: Düse für Einheitlaterne
30. Dezember 2017 22:22
Hallo Erich

Vielen Dank . Das klingt fast machbar.
Auch mir gehen die Brenner aus,
ich nutze die Einheitslaternen jedoch ganz gerne.

Hast du evtl. ein paar Fotos die den Nachbau veranschaulichen?
Wie z.b. entsteht der Kragen,
um den Brenner auf den Karbidbehälter zu Schrauben?
Klemmt der Speckstein im Rohr oder muss er verklebt werden ?

mit freundlichem Gruß
Torsten

----------------------------------
Ex fumo dare lucem



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.12.17 22:27.
Re: Düse für Einheitlaterne
30. Dezember 2017 23:00
Hallo Thorsten,
die Einheitslampe ist eben ein tolles Universalbeleuchtungsgerät!
Taugliche Stearinkerzen bekommt man derzeit bei dm und in das Hindenburglicht kann man neue Dochte einziehen und dieses mit Altwachs befüllen.
Die Düse wurde lediglich in die Gummidichtung eingesteckt. Es ist denkbar, daß man einen Anschlag anlötet, den kann man aus einen passenden Messingrohrabschitt anfertigen. Weichlot ist hier ausreichend, so heiss wird das Düsenrohr nicht.
Ich hab den Speckstein einfach eingepresst, nicht verklebt. Man kann ihn allerdings mit einem Dichtungskleber aus dem Ofenbau auch einkleben. Ob das notwendig wird; keine Ahnung. Der heutige erste Versuch ging nach 4 Stunden zu Ende. Dann war das Karbid verbraucht. Den Rest wird die Zukunft weisen.
Wenn Du willst, dann gib mir Deine Adresse, will mir noch ein paar Stück anfertigen. Ich mach Dir dann von jedem Bauabschnitt ein Ansichtmuster und ein Testexemplar.
Wünsch Dir noch einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.
Grüsse
Erich
Andy K
Re: Düse für Einheitlaterne
30. Dezember 2017 23:07
Hallö Torsten,
Ich habe es so verstanden, dass es eben kenien Kragen gibt.
Das Rohr mit 8mm wird durch die Dichtung mit Bohrung 7,5mm mittels Überwurfmutter nur gehalten/geklemmt.
Mehr ist da nicht.
Funktioniert ein wenig wie eine Schneidringverschraubung, ohne zu schneiden.
So einen Kragen könnte man natürlich mit einem Ring aus Cu-Draht , passende Cu-Dichtring etc. noch applizieren.

Wenn es ohne Kragen geht ist es auch o.k., Hochdruck haben wir ja keinen im System
Gruß
Andy
Re: Düse für Einheitlaterne
30. Dezember 2017 23:41
Hallo Andy,
absolut richtig!
Für den Kragen war ich heute absolut zu faul! Einfach weich anlöten, U-Scheibe, Draht, Überwurfring aus Rohrabschnitt.
So eine Düse ist in ca. 10 Minuten vollständig hergestellt, incl. Schlaftablette 15 bis 20 Minuten; bei Kleinserien gehts noch schneller.
Hochdruck hast Du im Normalfall in keiner Karbidlampe, wäre auch ausgesprochen kritisch, zumal Acetylengas ab 1,6 bar explosionsartig zerfällt.
Die meisten Karbidlampen in meiner Sammlung arbeiten mit durchschnittlich 0,2 Bar. Kritisch sind jedoch Lampen mit kleinen Entwicklern, da reichen dann schon ein paar Wassertröpfchen mehr und der Druck bläst über den Wasserbehälter ab = Freude bei einer ungewollten Dusche!
Wünsch Dir nen Guten Rutsch ins Neue Jahr
Grüsse
Erich
Re: Düse für Einheitlaterne
03. Januar 2018 22:19
Hallo Kollegen,
mit einiger Verzögerung nun die von Torsten gewünschten Bilder.
Das erste Bild betrifft die Düse, gefertigt aus Speckstein.
Noch ein Tip: Dei meisten dieser Microbohrer eignen sich nur für Bohrtiefen von max 2 bis 3 mm. Also die Stärke der Specksteinscheibe immer auf nutzbare Bohrertiefe auslegen.

Nunmehr zu einer weiteren Version:
Jeder Nutzer einer PX 500 bzw. artverwandter Lampen steht irgendwann mal vor der Tatsache, dass die Düse ausgelutscht und eine Tankfüllung dann sehr schnell unter 7 Stunden Leuchtdauer verheizt ist. Sprich ne neue Düse ist fällig! Viele werfen die alten Düsen in den Müll. So alte Geizkragen wie ich, werfen die Dinger in ne Sammelbox für Messing. Und nun ne Möglichkeit zur Weiterverwertung.
Solche Düsen sind aufgeweiten zwischen 0,25 und 0,27 mm. Also genau die passende Düsengrösse für die Einheitslampe.
Man nimmt ein Stück Messingrohr, Aussendurchmesser 8 mm und bohrt dies auf ca.1 cm Tiefe auf 6,5 mm auf. Dann wird das Gewinde 7 mm x 1 mm eingeschnitten. Abgelängt wird das Röhrchen auf 1,7 cm. Entgraten nicht vergessen! Über das Gewinde wird ein Rundgummiring, Innenmaß 5 mm gestülpt, Dichtring R-03. Die Düse wird in das Gewinde geschraubt und gut angezogen, handfest.
In die Überwurfmutter kommt ein Runddichtring mit dem Innenmass von 11 mm, Ring R-08. Das Röhrchen wird in die Überwurfmutter gesteckt und die beiden Dichtringe, Innenmaß 7 mm, Dichtring R-04, aufgezogen.
Diese Form der Abdichtung geht schneller als Dichtungen stanzen. An meiner Lampe war alles dicht!
Bausatz siehe Bild!

Lampe brennt seit runden 2 Stunden, siehe Bild

Grüsse
Erich



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.18 19:04.
Re: Düse für Einheitlaterne
04. Januar 2018 07:19
Hallo Erich

Vielen Dank für die Ideen.
auf den ersten beiden Fotos kann ich leider gar nichts erkennen.

nur das dritte Foto mit der leuchtenden Lampe ist klar und scharf.
Für leuchtende Lampen reicht meine Vorstellungskraft. Für die Fertigung der Karbidbrenner leider nicht.

mit freundlichem Gruß
Torsten

----------------------------------
Ex fumo dare lucem
Re: Düse für Einheitlaterne
04. Januar 2018 19:11
Hallo Torsten,
danke für Deinen Hinweis, sei bitte nachsichtig, bin über die Grössenangaben für die Bilder, hier in der Anleitung, gestolpert und von einer Gesamtspeicherleistung für alle Bilder ausgegangen.
Hab jetzt alles berichtigt.
Ich hoffe es ist jetzt besser erkennbar! Über mein Schlepptop kommts auf jeden Fall mal gut rüber!
Grüsse
Erich
Re: Düse für Einheitlaterne
05. Januar 2018 10:14
Erich schrieb:
-------------------------------------------------------
>... Ich hoffe es ist jetzt besser erkennbar! Über
> mein Schlepptop kommts auf jeden Fall mal gut

Super,
nun sind die Fotos klar.
Vielen Dank !
das ist ein machbarer Lösungsweg für Menschen ohne Drehbank (bin ja nicht der einzige ohne)

mit freundlichem Gruß
Torsten

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Ex fumo dare lucem
Re: Düse für Einheitlaterne
05. Januar 2018 12:59
Hallo Thorsten,
freut mich, dass Du die Sache possitiv siehst!
Zum Thema Drehbank leiste ich mir jetzt folgende Aussage, auch auf die Gefahr hin, daß so jeder Metaller im Forum über mich herfällt:
Die einfacheren Maschinen, bis ca. 1900 € bedürfen oft einer deutlichen Überarbeitung, Die Toleranzzonen sind zu Teil vollkommen inakzeptabel. Andere Teile müssen oft aus vergütetem Material nachgefertigt werden, da Weicheisen, Billigstahl und Alu nicht verwindungssteif genug sind.
Bei all diesen zusätzlichen Arbeiten kann man dann, auch bei einer billigeren Maschine, sehr schnell im oberen Bereich der Hobbyklasse ankommen.
Zusätzlich schlagen Drehbacken, Drehstähle und Dorne zu Buche. Von Schäden mal ganz zu schweigen!
Fraglich ist, ob sich da eine Investition von möglicherweise mehreren tausend Euro wirklich rentiert und das für 5x bis 10x Verwenden im Jahr?!
Bei Einzelstücken hast Du dann oft ein sehr aufwändiges Justieren der Maschine, für Kleinserien wird es dann schon wieder wirtschaftlicher. Nur wann brauch ich mal mehr als 20 gleiche Bauteile?????? Ich handle ja nicht damit!
Bei vielen Kleinbohrmaschinen und Akkuschraubern, insbesondere mit regulierbarer Drehzahl, habe ich festgestellt, dass der Seitenschlag sehr oft sogar geringer als 0,1 mm ist. Auch Discounter sind hier oft bemüht gute Ware, Noname, auf den Markt zu werfen, da die Rückabwicklung im Schadensfall zuviel Arbeitskraft bindet.
Auch kleinere Dreharbeiten, insbesondere an Einzelstücken können an solchen "Dreheinrichtungen" durchgeführt werden, insbesondere an Kleinteilen.
Eine gute Schrubbfeile, ein guter Schlüsselfeilensatz und man kann loslegen! Ebenso eine Schiebelehre, welche im 0,01 mm - Bereich misst.
Was man dann noch braucht: Etwas Geduld, Zeit und Fingerspitzengefühl. Und im Übrigen, so haben unsere Vorfahren ja auch ihre täglichen Brötchen verdient! Und wenn ich mich zurückerinnere an meine Schulzeit, in den Schulferien habe ich oft bei Handwerkern in den verschiedensten Berufsgruppen gearbeitet und mir mein Taschengeld verdient, zuerst musstest Du alles manuell machen. Erst wenn Du das konntest durftest Du an die Maschinen ran, sprich, Du wurdest angelernt, auch an den Maschinen.
Lampenbau ist wie Modellbau, viel ist Handarbeit, da es sich im Sammlerbereich um Unikate handelt. Heute, fast 45 Jahren nach meiner Schulzeit, kommen mir diese Erkenntnisse zugute.
Wenn ich etwas vorstelle, dann versuche ich immer Wege aufzuzeichnen, wie man mit einfachen Mitteln zu brauchbaren Ergebnissen kommen kann.
Grüsse
Erich
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