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Hindenburglicht
geschrieben von Erich 
Hindenburglicht
15. Januar 2018 20:33
Hallo Kollegen,
heute nunmehr nach einigem Ausprobieren über das letzte Wochenende das Erfolgserlebnis.
Ein aufgearbeitetes Dosenlicht von Glafey leuchtet wieder problemlos.
Hintergrund der ganzen Aktion war, dass ich hier auf runden 25 kg Altwachs und Kerzen sitze, welche ständig ausgehen. Kerzen giessen und ziehen, nettes Hobby, aber für mich zu viel Arbeit; insbesondere wenn ich da meine Zeit rechne!
Nachdem das Dosenlicht ausgebrannt ware erfolgte Bestandsaufnahme; ich habe entschieden, dass es problemlos wiederbefüllt werden kann.
Zuerst einmal habe ich mich durch die ganze Runddochtpalette gequält, welche in Frage kam. Hoffnungslos! Ständig runtergebrannte Dochte. Das war also auch nicht das Wahre! Dann kamen die Flachdochte dran. Doppelt genommen funktionierte der 1,4 x 0,6 mm.
Ebenso gut war die Grösse 3 x 09, Dochtstärke 2,0 x 1,0mm.
Viel Spaß beim Wiederbefüllen Eurer Hindenburglichte
wünscht
Erich
Re: Hindenburglicht
19. Januar 2018 19:55
So noch ein kleiner Nachtrag:
Da Paraffinwachs in kleineren Mengen kann natürlich relativ teuer werden. Daher empfehle ich als Alternative die Teelichter vom Discounter und hier dann der Packen mit 100 Stück. Der Wachsblock ist hier lediglich nur durchgebohrt und der Docht eingesteckt. Er kann also sehr leicht entfernt werden, nebst Dochthalter. Ein Block wiegt ca. 13 Gramm, das macht bei 100 Stück ca. 1,3 kg. In unserer Gegend wird der Packen zwischen 2 und 3 Talern gehandelt.

Grüsse
Erich
Re: Hindenburglicht
22. Januar 2018 22:04
Hi Erich,
Wie ersetzt du den Docht im Glafey Hindenburglicht ?
Gw
Re: Hindenburglicht
23. Januar 2018 09:32
Hallo Willi,
der Dochthalter wird mit dem Feuerzeug, Gas- oder Spiritusbrenner warm gemacht und, nach Bedarf, mit einer Spitzzange oder einer Pinzette der alte Docht rausgezogen. Der orginale Docht ist nicht geflochten, es ist lediglich ein Bündel feiner Fäden, zusammengehalten durch den Dochthalter und später natürlich auch durch das Wachs.
Der Dochthalter verfügt über 4 Blechnasen, welche umgebogen sind. Notfalls können diese auch geöffnet werden.
Ist der Docht ausgebaut, dann werden die beiden Dochtrohre mit einem 2 mm Messingstab durchgestossen um etwaige Verbrennungsrückstände zu beseitigen.
Mit einer Stopfnadel kann man den Docht dann einführen, Länge 5 cm.
So und jetzt noch ein paar kleine Erkenntnisse, welche einem das Leben verleiden können und den Ruf nach dem Vorschlaghammer fördern:
Der Dochthalter wird erwärmt, durch das Anzünden der Dochte und durch den Brand. Die Schmelztemperatur des Wachses sollte möglichst tief unten liegen, insofern ist Paraffin zu bevorzugen. Bei Abfallwachs weiss man oft seltenst, welches Material verwendet wurde (Bienenwachs, Rapsölwachs, Sonnenblumenwachs, Stearin???) Wurden in den damaligen Kerzen Wachshärter eingesetzt um den Schmelzpunkt nach oben zu verlagern? Komischerweise hatte ich Altwachsbestände, ich habe etwas getrennt, nach Farbe, Stumpenkerzen, Altarkerzen, und Stabkerzen, wo es problemlos funktionierte, bei anderen Wachssorten brannte der Docht runter, es ging nichts.
Da hilt also nur ausprobieren oder zu mischen.
In ein Hindenburglicht passen ca. 40 bis 50 gramm Wachs. Das oberste Zumischungsverhältnis von Altwachs sollte auf keinen Fall 30% übersteigen.
Bei reinem Paraffin und diesem Mischungsverhältnis haben bei mir zwischenzeitlich auch die Runddochte Nr. 1 und Nr. 2 funktioniert.
Das Altwachs bitte zuerst ausschmelzen, in ein kleines Edelstahlküchsieb, ein Stück engmaschige Edelstahlgaze einlegen und das Altwachs mit ca. 70°C bis 80°C in den Schmelztopf, durch das Sieb giessen.
Die Schmelze mit einem alten Löffel gut durchmischen und dann in die Blechgefäße der Hindenburglichter giessen.
Das grundsätzliche Problem ist die Dochführung des Brenners. Wird das Wachs nicht heiß und flüssig genug, dann kommt zu wenig an der Flamme an und der Docht verbrennt.
Die Wachsgießutensilien können in einem alten Topf mit Wasser ausgekocht werden und sind dann auch wieder sauber.
Grüsse
Erich
Re: Hindenburglicht
28. Januar 2018 22:10
Die käuflich fertig zu erwerbenden Maxi-Teelichte dürften wohl mit der Füllung der Hindernburglichter identisch sein, oder?
Jedenfalls passt der Block exakt in die Dose eines Hindenburglichtes.

Es wäre nett, wenn mal jemand posten könnte, ob es taugliche Glasfaserdochte für die Dochteinsätze gibt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.01.18 22:11.
Re: Hindenburglicht
29. Januar 2018 22:37
Ich finde, die Glafey Hindenburg Lichte sind eine Fehlkonstruktion.
Der Docht ist zu weit vom Wachs entfernt.

Nur beim ersten anzünden brennen sie gut.
Wird die Flamme gelöscht, und später ein zweites Mal angezündet, brennen die Dochte runter, weil das wachs nicht schnell genug schmilzt.

Die doppelflamme ist größer als vom Teelicht, aber kaum größer als von einer Leuchterkerze.
Dafür dann 3€ ??

Bin nicht überzeugt. Wo soll der spezielle Nutzen sein ??

Gruß
Willi
Re: Hindenburglicht
30. Januar 2018 08:51
Der spezielle Nutzen der Hindenburglichter ist doch wohl, dass sie mit großer Flamme verhältnismäßig viel Licht machen - und das tun sie ja auch. Ich nehme nicht an, dass die mal dafür bestimmt waren, 25 x für jeweils 5 Minuten angezündet zu werden, sondern als Wegwerfartikel entwickelt wurden.

Zudem glaube ich nicht, dass Glafey die Dinger heute noch produziert, damit wir damit herum spielen dürfen. Die werden wohl noch einen kleinen Absatzmarkt dafür haben, wo die noch wirklich gebraucht werden. Entsprechend werden die mit den einfachsten Mitteln hergestellt, die im Produktionsbereich zur Verfügung stehen. Das sind dann wohl auch die Dochte, die bei den neuen Hindenburglichtern genau so aussehen, wie bei den Teelichtern auch. Die taugen halt nicht mehr so viel. Ein normales Teelicht brennt auch nach gewisser Zeit nicht mehr vernünftig und ein zweites mal anzünden klappt meist auch nicht mehr wirklich.

Entsprechend glaube ich auch, dass die Hindenburglichter der Grund für die annähernd baugleichen Maxi-Teelichter sind, weil auf diese Weise ein entsprechender Absatz gehalten werden kann. Sonst gäbe es die Dinger wahrscheinlich schon längst nicht mehr.

Wenn wir die Hindenburglichter also zum spielen benutzen wollen, werden wir wohl nicht darum herum kommen, bessere Dochte zu verwenden, die nicht so stark abbrennen.


Somit wiederhole ich nochmal meine Frage von oben:

Hat jemand einen vernünftigen Tipp, ob es im Bastelzubehör Dochte, z. B. Glasfaserdochte, gibt, die für mehrfache Verwendung geeignet sind?

Da ich hier auf dem flachen Land wohne, sind die Bezugsquellen für solche Sachen eher auf "0" beschränkt und ich würde mit dem Recycling meiner Dosensammlung erst beginnen, wenn jemand schon brauchbare Erfahrungen gesammelt hat. Was sind also "Runddochte Nr. 1 und Nr. 2"? Ist damit der Durchmesser gemeint? Ist das eine Handelsbezeichnung? Gibt es die hier im Shop (das steht nur Runddocht 2 mm für Öllampen)? Oder muss man die irgendwo in einem Bastelshop kaufen, dessen Name aus besonderen Gründen verschwiegen wird?

Die passenden Wachsblöcke aus Paraffin gibt es fix und fertig im dänischen Bettenlager für 3,99 (15 Stück) zu kaufen. Dafür brauche ich mir hier zu Hause keine Altwachssammlung mit Labor zulegen, um gewisse Altwachssorten zu mischen, deren Beschaffenheit ich eh nicht kenne.
Re: Kerzerei
30. Januar 2018 11:43
Hallo Andreas,

wir hatten uns früher einfach mit Binsenmark beholfen, wächst, wo es nass ist und kostet nichts.
Mit Glasfasern habe ich keine Erfahrungen. Allerdings ist das finanzielle Risiko überschaubar, wenn Du bei ebay nach Glasfaserdocht suchst.

Grüße

Erik
Re: Hindenburglicht
30. Januar 2018 12:38
bp4willi schrieb:
-------------------------------------------------------
> Der Docht ist zu weit vom Wachs entfernt.
> Nur beim ersten anzünden brennen sie gut.
> ...
> Bin nicht überzeugt. Wo soll der spezielle Nutzen
> sein ??

Konstruktionsbedingt benötigen Hindenburglichte einen Brennstoff mit relativ niedrigem Schmelzpunkt. Darin bestand auch ihr spezieller Nutzen gegenüber z.B. einer Kerze: Man konnte einen billigen Brenstoff verwenden, z.B. Talg ("Unschlitt"), Schmelzpunkt ca. 40 °C. Aus sowas hergestellte Kerzen wären weich, wenig formstabil und würden zu exzessivem Tropfen neigen.

[de.wikipedia.org]

Übliche Kerzenbrennstoffe haben Schmelzpunkte in der Gegend von ca. 55 - 65 °C (z.B. Stearin St1 von Cognis 55°C, Bienenwachs 62 °C, Hartparaffin je nach Molmasse 55 - 70 °C). Sie erscheinen damit für Hindenburglichte wenig geeignet.

MfG Ludwig



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.18 12:52.
Re: Hindenburglicht
02. Februar 2018 19:59
Hallo zusammen,
das Hindenburglicht ist, bleibt und war eine Notbeleuchtungsgerät, wenn gar nichts mehr ging oder in den vordersten Linien. Wir haben es überwiegend in Unterständen eingesetzt. Es war nicht dafür erfunden, dass es ständig angezündet und abgelöscht wurde!
Das Glafey-Notlicht verfügt über einen geraden Docht, da ist weder was geflochten noch gedreht, noch gewebt, es sind einfache Baumwollfäden, in der etwaigen Stärke eines 50er Strickmaschinenfadens, ca. 20 bis 25 Stück, zusammengehalten lediglich durch das Wachs.
Als Wachs wurde Paraffin, möglichst rein verwendet. Gelegentlich, bei hohen Aussentemperaturen hatte man den Eindruck, daß das Wachs noch einen Ölzusatz enthielt um einen möglichst niedrigen Schmelzpunkt zu erhalten.
Als Docht haben wir, sofern der Nachschub nicht reibungslos klappte, bei der Zusammenführung von Wachsresten, oft auch verschiedene Naturfasern aus der jeweiligen Region verwendet. Wichtig ist dabei lediglich, dass das Wachs den Docht raufkriechen kann.
Das Wachs von Teelichtern funktioniert übrigens auch. Es muss lediglich eingescholzen werden, wegen dem Dochthalter.
Mein lieber Herr Finke, die Bezeichnung Runddochte Nr. 1 + 2 kommen aus dem Bereich der Kerzenherstellung, hier ist die Dochtlaufrichtung zu beachten. Anders dagegen bei Flachdochten. Glasfaserdochte kann man zwar einsetzen, allerdings 2mm stark. Nur bei Wachsverunreinigungen ist dann da auch sehr schnell Sendepause. Sinnvoller ist es die Strickfäden oder dünne Baumwollnähfäden zu verwenden.
Die Dinger sind sehr schnell ausgetauscht.
Grüsse
Suvifalfan9999
Re: Hindenburglicht
02. Februar 2018 23:24
Das sind doch schon mal gute Info's, besten Dank! Hatte mir gestern mal etwas Runddocht besorgt und werde die nächsten Tage mal versuchen, was dabei herauskommt.
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